Irrtum und Wahrheit
"Seil und Schlange", total verpfuschtes Leben -muß das sein?

4) Shakti:


Zu Shakti gibt es zB in "Große Welt des Tantra" von Mookerjee, O.W.Barth Verlag auf S.211 einen Auszug aus der Guru-Puja, wobei Shakti als "Guru" bezeichnet ist; es findet sich im Kapitel über "symbolische Vergegenwärtigung des Guru" (Jenes dort beschriebene Initiationsritual hat mit "TM" nichts zu tun; aber Guru-Puja ist Guru-Puja und es findet sich darin eben ein kleiner Teil derselben und zwar Shakti gewidmet. In der Beschreibung dazu wird ersichtlich, daß es sich um eine symbolische Vergegenwärtigung des Gurus - hier Shakti, die Tochter von Rishi Vasishta und Mutter von Parashar - handelt und um keine GöttInnenverherung odgl. In jener tantrischen Initiationszeremonie - die ich nicht als "jugendfrei" bezeichnen würde - kommt dann durchaus auch eine Göttin, nämlich Kali, vor, sodaß hier insofern sehr eindeutig zum Ausdruck kommt, daß es sich bei der "Guru-Puja" um keine religiöse Zeremonie handelt und deshalb hielt ich es für wichtig, dieses Zitat genauer anzugeben. Shakti wird hier eindeutig als "Guru" bezeichnet und nicht als GöttIn!


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  • Tantra_Asana__Titel
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aus große Welt des Tantra,Mookerjee, O.W.Barth Verlag S.211


In Analogie zur jener bei einer TM-Initiation ausgeführten Puja  werden hier Blume, Räucherstäbchen, Kerze, Früchte, Betelblatt der Gurini Shakti angeboten/dargelegt.

In der vorvorletzten Zeile obigen Textes geht es um sowas wie die Darbietung/Darreichung/Hingeben einer Kerze an die Gurini Shakti.

Die vorletzte Zeile des obigen Textes heißt vermutlich/eventuell/anscheinend sowas wie "Früchte werden der Gurini Shakti hingelegt/gegeben/angeboten.

Die letzte Zeile im obigen Text heißt vermutlich/eventuell sowas wie "ein Betelblatt wird der Gurini Shakti hingelegt/gegeben/dargereicht.


Das kann man auch als symbolische Handlungen begreifen. Wenn jemand auf eine Privat-Schule oder auch private Universität geht, so ist es da durchaus üblich - ja normal - daß man dafür etwas zu bezahlen hat. Niemand bezeichnet das hierzulande als "religiösen" Akt. Letztendlich aber haben die SchülerInnen/StudentInnen die Dinge zum Unterricht mitzubringen, die der/die LehrerIn braucht, um Ihnen besser oder auch überhaupt erklären zu können, was sie ihnen nunmal zu sagen haben/lehren sollen. Die Privatschule/private Universiät finanziert sich ja nunmal aus den Gebühren; also alle dort benutzten Lehrmittel haben SchülerInnen/StudentInnen oder auch deren Eltern/Pflegeeltern/StipendiumgeberInnen bezahlt und zu bezahlen gehabt.





Daß es in jener tantrischen Zeremonie an irgendeinen Stelle dann auch um die Thematik der Identifizierung der Guruni mit einer Göttin geht, vermag einen nicht zu verwundern, wenn man berücksichtigt, daß es ja auch um "Täuschung und Wirklichkeit" und um die "Überwindung" von Täuschung, das nicht mehr Verhaftetsein in Illusion, Täuschung udgl geht. Diese Problematik bzw Thematik findet sich auch in den Übersetzungen  klassischen Literatur wieder:  Da wird zB Kali als "Vernichterin" der Zeit bisweilen dargestellt bzw entsprechende Textstellen werden so übersetzt. Im Buch "Tantra-Asana" von Ajit Mookerjee, Anton Schroll&co-Verlag Wien und München, ISBN 3 85560 029 5 heißt es zB auf Seite 115, übersetzt aus dem Mahanirvana-Tantra:

"Hrn, o Zerstörerin der Zeit, 

Srn, o Schreckliche!

Krn, Du bist freigibig,"....

  • Mahanirvana_Zitat___Hrn_Srn_Krn__WEBig
    Mahanirvana_Zitat___Hrn_Srn_Krn__WEBig




Nunja, "Turiya" (vgl. Shiva-Sutras)  jenseits von Wachen, Träumen und Schlafen, jener Zustand absoluten, reinen Bewußtseins ist auch jenseits von Zeit. Insfern ist eine richtige, wirkliche, echte  Meditations-Methode etwas, was ermöglicht jenseits von Zeit zu gelangen. (Schon Einstein hat festgestellt, daß man es sich mit dem Phänomen Zeit nicht zu einfach machen darf.). Dort, jenseits der Zeit, angelangt, ist die Zeit gleichsam "abgeschafft", "vernichtet", "überwunden worden" und das hängt aber eben sehr vom subjektiven Blickwinkel ab. Wer unter der "Zeit" zu leiden meinte, der wird evtl dann übersetzen, daß die Zeit vernichtet worden sei, man sie endlich mal los sei. Allerdings wird man damit der Thematik nicht wirklich gerecht, da man es dann nunmal nur aus 1 Blickwinkel heraus betrachtete und dann in Widerspruch zu dem Anspruch des "allgemein-wahr sein sollen" jenes Textes gelangt. Wenn es um Initiation, um "Tantra-Asana", also den Anspruch von "Yoga-Zustand-Erlangen/~Erreichen/~Gewinnen" geht, dann spielt da auch die Thematik von momentanem "Samadhi" und "ewigem Samadhi" (....Letzteres dann also "Erleuchtung"; jemand - Er war wohl 1971/1972 Jugendschützer in Zivil für die TM-Scene in München - meinte mal zu mir, daß das so sei wie im Buddhismus mit "kleinem und großem Satori" ....) herein und im "Ewigen Samadhi" ("nitya-samadhi" - siehe Patanajali Yogasutras) wäre dann also insofern die "Zeit" endgültig "überwunden" und bei entsprechender - unpäßlicher und problematischer,  wie ich meine -  Ausgangsbetrachtung "vernichtet" worden, weil ja "Unsterblichkeit" und damit  ein "nicht-mehr-von-der Zeit zerstört werden können" erlangt worden sei. Die Unpäßlichkeit des Denkens im Begriffen von Zerstörung im Zusammenhang mit Wissen und Wissenserlangung zeigt sich in den zahlreichen häßlichen Handlungsweisen aus zB dem religiösen, aber auch psychiatrischen Lager, die immer wieder versuche unternahmen sich lästiger "Andersdenkender", "Andersseiender", etc per Ermordung, dh Vernichtung oder auch per Folter und insofern eben Persönlichkeitszerstörungsversuchen zu entledigen. Solche Denkschemata und Begriffe dann auf "die Zeit", welche nunmal für diese Welt ein bedeutende Rolle spielt, anzuwenden, sobald es um "Unsterblichkeit-Erlangen" ,"Erleuchtungerlangen" wollen geht ist ebenso unpäßlich und unanangebracht; wer dann noch mein "Tieropfer" oder auch Menschenopfer unterschiedlichster Un-Arten, inklusive Vergewaltigungsritualen, Zwangsinitiationen udgl  einer Göttin Kali oder Durga darbieten zu sollen, der verhöhnt jene Göttinnen - wenn es jene nunmal geben sollte - einfach nur. Denkt man jedoch in falschen Begriffswelten wie "Vernichterin der Zeit" wird man dann allzuleicht auch anderweitig geistig-sprachlich fehlgeleitet, was dann in absurden Handlungsweisen resultiert bzw all zu leicht resultieren kann.

Also wieso sollte man jene Täuschungsproblematiken ausklammern  müssen - nur weil irgendwelche Fanatiker aus Kirchen- oder auch Psychiatrie-Kreisen odgl systematisches Nicht-verstehenwollen an den Tag legen bzw legten und man sich doch mit diesen Themen auch vernünftig bzw zumindest unmissverständlich genug befassen kann?


Es sei darauf hingewiesen, daß im Vâyu-Purana (siehe www.pushpak.de, aber auch meine Anmerkungen in Nyâya) an einer Stelle erwähnt wird, daß Rishi Vasishta - nach der Ermordung seines Sohnes Shaktri - später dann auch mal eine Sohn "Shakti" gehabt habe. Aber angesichts der Vielzahl an Frauen die Rishi Vashista da gehabt haben solle und der Vielzahl an Kindern  kann es kaum anders als "mythologisch" angesehen werden, wenn das alles Söhne gewesen sein sollten.

Aber nachdem Mohini als Inkarnation von Vishnu gilt und Vishnu sich bekanntlich auf Erden inkarniert, wenn es darum geht, das verloren gegangene Wissen über Atman, Brahman, korrektes Meditation, Yoga & co wieder herzustellen, kann es - aus der klassisch indischen Überlieferung heraus - keinerlei vernünftigen Grund geben, wieso eine Frau oder auch jemand vom dritten "Geschlecht" nicht auch ein "Guru" sein sollte können.


5) Parashar: